Berlin hatte 15 Jahre lang Glück

Zeit, dem Djihadismus zu begegnen.

Jedes Mal wenn der Djihadismus irgendwo Blut vergoß, stand die Frage im Raum: Warum nicht Deutschland, warum nicht Berlin? In den 15 Jahren seit dem Terror vom 11. September 2001 schien die deutsche Hauptstadt immun gegen den Djihad. 15 Jahre lang profitierten wir vom Ruf als Rückzugsraum, vom schieren Glück und auch vom Können der Sicherheitsbehörden.

Das ist vorbei.

Was in der letzten Nacht auf dem Breitscheidplatz geschah, ist nach den bekannten Indizien der erste operativ erfolgreiche Anschlag djihadistischer Terroristen in Deutschland. Ein Mann überfuhr mir einem LKW dutzende Menschen, tötete dabei mindestens zwölf und verletzte viele mehr.

Dieses Vorgehen wurde von palästinensischen Teroristen gegen israelische Zivilisten eingeführt und wurde auch im Juli in Nizza angewandt, als Mohamed Bouhlel, Aktivist des Islamischen Staates, 86 Menschen ermordete und hunderte verletzte.

Djihadismus als Motiv liegt nach dem aktuellen Kenntnisstand über den Täter am nächsten.

Mit der Debatte über Flucht und Migration, mit einem dreiviertel Jahr bis zur Bundestagswahl und mit ausgerechnet einem Weihnachtsmarkt als Ziel ist auch klar, was der Täter erreichen wollte: Hass, Mistrauen und schlussendlich Krieg.

Solche Täter lassen uns wissen, dass sie ihrem Gegenüber nur die Wahl zwischen Kampf und Unterwerfung lassen. Die Nachricht “bekämpft uns oder unterwerft Euch” wird so lange mit dem Blut Unschuldiger auf unsere Straßen geschrieben bis wir uns unterwerfen oder kämpfen.

Der djihadistische Terror richtet sich auch gegen das Zusammenleben der vielen Muslime, die ihre Religion nicht politisch aufladen.

US-Präsident George W. Bush wurde nach den Anschlägen vom 11. September 2001 nicht müde zu betonen, dass die Front nicht zwischen dem Westen und der islamischen Welt verläuft, sondern zwischen Moderaten und Extremisten.

Die Täter und Hintermänner des Anschlags wollen den Krieg um jeden, wirklich jeden, Preis. Zuerst müssen wir anerkennen, dass dieser Krieg tobt. Den Kampf führen schon die vielen Muslime, die Kräfte der Mäßigung, die vom Djihadismus bedroht sind.

Der Fehdehandschuh ist ihnen und uns nach etlichen Warnungen nun in der letzten Nacht vor die Füße geworfen worden. Sie sind bereits Verbündete, unterstützen wir sie gegen die Hassprediger in ihrer Kultur und stellen wir uns auch gegen unsere eigenen.

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